Bundesgartenschau 2043: Flusserwartungsraum?
Ende April präsentierten die Oberbürgermeister von Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg sowie der Regionaldirektor des Verbandes Region Stuttgart ein Konzept für die Bundesgartenschau 2043 am Neckar. Ein Verbund aus vier Agenturen war aus fünf Bewerbungen ausgewählt worden, der ein Konzept unter dem Titel „Wir wollen Neckar“ vorlegte. In den nächsten 18 Monaten soll nun eine Machbarkeitsstudie zur BUGA erarbeitet werden, die dann bei der BUGA-Jury eingereicht werden soll. Über die Pressekonferenz der vier Initiatoren berichtete am 28.04.2026 die Bietigheimer Zeitung (BiZ): „Der Fluss und seine Erlebbarkeit sollen Priorität erhalten, der Flussraum erweitert, bestehende Landschaftsräume wie Wald, Landwirtschaft, Weinbau sollen eingebunden werden. Erhalt und Entwicklung der Kultur- und Naturlandschaft sollen im Konzept ebenso thematisiert werden wie eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Freiraumverbünde wie bestehende und neue Parkanlagen sollen ineinander fließen, aber auch Siedlungsflächen, Gewerbe- und Industriestandorte eingebunden werden. (…) Das Konzept soll Verbindungen herstellen, Abkühlung schaffen und Baden ermöglichen, (…) Zentral sei dabei der so genannte Flusserwartungsraum – die Entwicklung eines ineinanderfließenden Freiraumverbunds.“ Die neue Wortschöpfung „Flusserwartungsraum“ und andere blumige Formulierungen machen allein noch kein gutes Konzept. Von Anfang an krankte die Initiative der drei großen Städte und des Regionalverbandes daran, dass man den Neckar entwickeln will, die Anrainer Remseck und Fellbach zwischen Ludwigsburg und der Landeshauptstadt sind den Initiatoren aber zu klein, um sie mit ins Boot zu holen. Die großen Städte wollen die Player sein. Aus deren Perspektive ist es schon ärgerlich, dass der Neckar in Bad Cannstatt abknickt und nicht einfach weiter „geradeaus“ direkt nach Ludwigsburg fließt. Beim Start des Projektes im Mai 2025 sagte der Esslinger OB Klopfer noch: „Wir laden auch Fellbach und Remseck bei Interesse gerne ein“. Ein Jahr später ist nichts davon zu sehen. Die Erfahrungen Remsecks mit der Remstalgartenschau 2019 hätten dem Starterteam vielleicht genutzt: Die Bundeswasserstraßenverwaltung hatte damals viele Ideen verhindert, weil deren Priorität der reibungslose Gütertransport auf dem Fluss ist. Auch das Thema „Baden im Neckar“ scheiterte am Schiffsverkehr und der Wasserqualität. Bekanntlich stehen am Remsecker Neckarstrand „Baden verboten“-Schilder.
Im Moment sieht es so aus: Die drei großen Städte wollen unter sich sein, den Rahmen festlegen und dann ggf. Remseck und Fellbach ein Angebot machen. Ob es bei der Finanzlage Ludwigsburgs überhaupt dazu kommt, bleibt abzuwarten. Die Kreishauptstadt ist aus dem Stadtbahnprojekt Lucie aus Kostengründen ausgestiegen. Jetzt werden in Ludwigsburg vermehrt Stimmen laut, die Entsprechendes auch bei der BUGA fordern. OB Matthias Knecht ist schon auf eine Verteidigungsstrategie eingeschwenkt: „Viele der Investitionen, die im Zuge einer BUGA angestoßen werden, wären ohnehin notwendig – etwa im Bereich Infrastruktur, Klimaanpassung oder Stadtentwicklung. Durch die BUGA könnten diese Maßnahmen gebündelt, strategisch geplant und durch Fördermittel unterstützt werden“, sagt er laut BiZ. Wie will man denn mit einer Machbarkeitsstudie vor der BUGA-Jury bestehen, wenn man offen sagt, dass man vor allem auf Mitnahmeeffekte bei Fördergeldern setzt? Aus dem Oberbürgermeisterwahlkampf in Ludwigsburg 2027 wird sich das Thema sicher auch nicht heraushalten lassen. Von daher ist abzuwarten, ob es überhaupt bei dieser Antragstellerkonstellation bleibt. Bis 2043 fließt noch viel Wasser den Neckar herunter, nicht nur was die Antragsteller angeht: Im Moment soll die Westrandbrücke ab 2035 beginnend in Remseck gebaut werden. Einiges spricht dafür, dass sie noch weiter zeitlich nach hinten geschoben wird. Möglicherweise ist die Entwicklung des heutigen „Krieger-Areals“ am Neckar als Teil der Neuen Mitte Remsecks dann genau richtig anstehend zur Bundesgartenschau. Mit Fördergeldern zur BUGA könnte es attraktiv entwickelt werden. Remseck sollte die Entwicklung also beobachten. Konzeptdeutsch: Im Flusserwartungsraum stehen!
Foto FDP Remseck: Der Neckar in Aldingen
Mit freidemokratischen Grüßen
Kai Buschmann www.fdp-remseck.de, E-Mail:
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für die FDP Fraktion / FDP Stadtverband




