Remsecks Schuldenlast
Das Statistische Landesamt (Stala) hat am 3.9.26 die Schuldenstatistik für alle 1.101 Gemeinden Baden-Württembergs veröffentlicht. Nur 97 Gemeinden sind schuldenfrei, davon nur 4 Gemeinden über 10.000 Einwohnern. Zu diesen zählt Bietigheim-Bissingen. Das Stala erfasst bei der Schuldenstatistik sowohl die Schulden des Kernhaushalts der Gemeinden als auch die Schulden der Eigenbetriebe und ermittelt eine Gesamtverschuldung. In Remseck sind das 24,7 Mio. € Schulden im Kernhaushalt und 41,3 Mio. € bei den Eigenbetrieben (Stadtwerke 10,8 Mio. € u. Stadtentwässerung 30,4 Mio. €). Pro Kopf der Bevölkerung ergibt sich eine Verschuldung von 2.521 € in Remseck, während sie im Landesschnitt nur bei 1.793 € liegt. Nur 198 von 1.101 Gemeinden im Land haben eine Pro-Kopf-Verschuldung über 2.000 €. Remseck zählt somit zu den 18 Prozent der hochverschuldeten Orte im Land. Auch in der zu Remseck passenden Kategorie „Städte 20.000 – 50.000 Einwohner“ liegt Remseck deutlich über dem dortigen Schnitt von 1.821 €.
In Remseck ist es in der Haushaltssystematik Tradition, die Entwicklung der städtischen Verschuldung nur im Kernhaushalt im Langzeittrend darzustellen, sich also auf die 24,7 Mio. € zu konzentrieren, da die übrigen 41,3 Mio. € „rentierliche Schulden“, d.h. durch entsprechende Gebühren gedeckt seien. Am Vorgehen des Stala, das die Schuldenstatistik mit den Schulden der Eigenbetriebe ermittelt, sieht man, dass man das auch anders sehen kann, denn hohe Schulden bei den Eigenbetrieben bedeuten z.B. hohe Gebühren für Wasser / Abwasser für die Einwohner. Da die Lösungen, was im Kernhaushalt und was in Eigenbetrieben dargestellt wird, in den Kommunen sehr unterschiedlich sind, entzieht sich eine Reduzierung auf den Kernhaushalt auch der Vergleichbarkeit der Städte und Gemeinden. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der Kernhaushalte der Städte und Gemeinden im Land hat das Stala dieses Jahr erstmals gar nicht mehr bekannt gegeben. Man kann sie aber ausrechnen: 626,69 €. In Remseck liegt sie Ende 2025 bei 943,63 € und soll 2026 auf 1.145,05 € steigen, also auch hier deutlich über dem Landesschnitt. Ein Vergleich mit anderen Kommunen ist schwierig, weil die Zahl und die Aufgaben der Eigenbetriebe differieren. Ein Vergleich mit Remsecks Vergangenheit ist aber aufschlussreich: Wir nähern uns mit 1.145,05 € wieder dem Remsecker Allzeithoch von 1261,28 € im Jahr 1993. Danach wurde die Pro-Kopf-Verschuldung im Kernhaushalt in 25 Jahren bis 2018 auf 51,91 € (!) abgebaut, um anschließend in nur acht Jahren von „fast schuldenfrei“ wieder auf einen so hohen Wert zu steigen. Natürlich war das auch geplant: Für das Großprojekt Rathaus / Stadthalle / Mediathek / Archiv mussten Schulden aufgenommen werden. Die Zahlen zeigen, dass sich Remseck solche Großprojekte nur alle zwei Jahrzehnte leisten kann: Bis Ende 2029, dem Ende der mittelfristigen Finanzplanung, plant Remseck eine Rückführung der Pro-Kopf-Verschuldung auf 1014 €. Würde man die Reduzierung in diesem Tempo fortsetzen, wäre man in 25 Jahren wieder beim „Fast-schuldenfrei“-Stand von 2018. So lange kann beispielsweise eine Generalsanierung des Lise-Meitner-Gymnasiums aber nicht warten. Wenn Remseck nicht in die Spitzenliga der Schuldenstädte aufsteigen will, muss die Stadt durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben die Steuereinnahmen sehr deutlich erhöhen und dazu drastisch sparen. Die nächste Erweiterung der Rainwiesen (Schießtal) muss angegangen und der städtische Haushalt sehr kritisch unter die Lupe genommen werden.
(Foto: FDP Remseck)
FDP Infostand „Nicht nur vor der Wahl“
Am Samstag, den 19.9. ist die FDP von 8 bis 10 Uhr mit einem Infostand in Hochberg bei Schäfers Deli präsent. Es gibt einen Flyer zur Kommunalpolitik mit Fokus auf Hochberg. Wir freuen uns auf Anregungen und Gespräche.
Mit freidemokratischen Grüßen
Kai Buschmann www.fdp-remseck.de, E-Mail:
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