Die IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg hat jetzt die neuen Einzelhandelskennzahlen für den Landkreis Ludwigsburg veröffentlicht. Furore machte in der Presse der Spitzenwert von Kirchheim am Neckar: Der kleinen Gemeinde gelingt es durch ein attraktives Einzelhandelsangebot am besten, Kaufkraft am Ort zu binden. Remseck kam in den Presseberichten nicht vor. Ein Blick auf das Gutachten lohnt sich aber auch hinsichtlich unserer Stadt: Im Schnitt stehen jedem Einwohner Remsecks im Jahr 8.811 € zum Einkaufen im Einzelhandel zur Verfügung. Das ist überdurchschnittlich: In Deutschland sind es 8.190 €, im Landkreis 8.771 €. Es lohnt sich aber, diesen Wert mit älteren IHK-Erhebungen zu vergleichen: 2019 lag der Wert für Remseck bei 8.260 €, nominell ist die Kaufkraft somit in 7 Jahren um 6,7% gestiegen. Berücksichtigt man aber die Inflation, ist die Kaufkraft real um 15,6% gesunken! Ein Remsecker müsste 10.443 € haben, um sich heute dasselbe kaufen zu können wie 2019. Manche erinnern sich vielleicht noch an die Mitte der Nuller-Jahre: Damals war Remseck in den Schlagzeilen, weil bei uns die höchste Kaufkraft aller großen Städte Baden-Württembergs ermittelt wurde. Diese Zeiten sind vorbei. Die Zahlen von damals sind mit den heutigen zwar nicht direkt vergleichbar, weil in den Nuller-Jahren die Kaufkraft inklusive Ausgaben für Miete, Versicherungen usw. ermittelt wurde und heute nur die Ausgaben für den Einzelhandel zugrunde gelegt werden, dennoch reicht schon ein Blick in den Landkreis Ludwigsburg, um sich klarzumachen, dass es mit der Spitzenstellung Remsecks vorbei ist. 11 von 39 Städten und Gemeinden haben eine höhere Pro-Kopf-Kaufkraft als Remseck. Spitzenreiter ist Gerlingen mit 10.586 €.
Die IHK interessiert sich aber vor allem dafür, wie viel der Kaufkraft auch am Wohnort im stationären Einzelhandel ausgegeben wird. Der Einzelhandelsumsatz pro Kopf der Bevölkerung liegt in Remseck bei 5.165 €. Daraus ergibt sich, dass viel Kaufkraft aus Remseck in die Nachbarstädte und in den online-Handel abfließt. Um dies genauer zu bestimmen, ermittelt die IHK die Zentralitätskennziffer. Liegt diese um 100, heißt das, dass die Stadt die eigene Kaufkraft im Ort hält. Dies gelingt zum Beispiel Kornwestheim mit 98,5 recht gut. Ludwigsburg zieht mit 153,4 stark Kaufkraft aus dem Umland an. Remseck hat mit 67,2 den niedrigsten Wert aller Großen Kreisstädte im Landkreis. Allerdings ist die Ziffer seit 2019 kontinuierlich von 60,7 auf 67,2 angestiegen. Insgesamt ist die reale Kaufkraft in Remseck in den letzten Jahren somit gesunken, die Kaufkraftbindung hat sich aber etwas verbessert.
Da Remseck an den Stadtgrenzen direkt von den attraktiven Einkaufsstädten Ludwigsburg, Stuttgart und Waiblingen umgeben ist, hat unsere Stadt wenig Möglichkeiten Kaufkraft aus dem Umland anzuziehen. Ein größerer qualitativer und konkurrenzfähiger Textileinzelhandel lässt sich vermutlich erst mit einer Neuen Mitte in Remseck etablieren. Beim Drogeriebedarf liegen die Dinge aber anders: Der Kaufkraftabfluss vor allem nach Ludwigsburg macht überhaupt keinen Sinn. Drogerieketten würden sehr gerne nach Remseck kommen, die Stadtverwaltung möchte eine solche Einkaufsmöglichkeit aber erst frühestens in 15 Jahren in der dann aufgesiedelten Neuen Mitte schaffen. Ein Drogeriemarkt jetzt an einem anderen Standort würde später eine erfolgreiche Einkaufsstruktur in der Neuen Mitte behindern, lautet ihr Argument. Ein Drogeriemarkt jetzt an einem anderen Standort, zum Beispiel in der Neckaraue, kann später in die Neue Mitte umziehen, lautet das Gegenargument der FDP.
(Foto FDP Remseck)
Mit freidemokratischen Grüßen
Kai Buschmann www.fdp-remseck.de, E-Mail:
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für FDP Stadtverband und Fraktion




